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Luginbühls Skulpturen als Altmetall? Wo sind die Bronzeskulpturen, die Bernhard Luginbühl gestohlen wurden? Ein Experte glaubt nicht an einen Auftragsdiebstahl.

Von Johannes Hofstetter.

Wo sind die Bronzeskulpturen, die Bernhard Luginbühl gestohlen wurden? Ein Experte glaubt nicht an einen Auftragsdiebstahl.

Buchstäblich über Nacht geriet Mötschwil in die Schlagzeilen: Unbekannte drangen zwischen dem 11. und 12.Oktober in das Atelier von Bernhard Luginbühl ein und stahlen elf Bronzeskulpturen im Wert von mehreren hunderttausend Franken.

Von den Skulpturen und den Dieben fehlt laut Olivier Cochet von der Kantonspolizei Bern jede Spur. Der international anerkannte Kunstraubexperte Stefan Koldehoff sagte gegenüber dem «Bund», er halte es für «wahrscheinlich», dass die Werke «eingeschmolzen und zu Altmetall gemacht» wurden. «Sehr gut organisierte Banden aus Osteuropa» würden wegen der steigenden Metallpreise Skulpturen auf diese Weise zu Geld machen.

«Ein schöner Mythos»
An einen Kunstraub glaubt Koldehoff nicht. Es sei für einen Künstler «natürlich angenehmer, zu glauben, seine Werke seien wegen des künstlerischen Wertes gestohlen worden». Doch in den letzten 50 Jahren habe es weltweit keinen einzigen derartigen Fall gegeben. Abgesehen davon sei Luginbühl – «ich schätze ihn sehr» – auch «kein so bedeutender Künstler, dass man seine Werke so dringend haben will und man dafür solch ein Risiko auf sich nimmt».

Der Auftragsdiebstahl sei «ein schöner Mythos, mit dem abgelenkt wird – etwa von mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen», sagt Koldehoff. Luginbühls Skulpturen befanden sich hinter Kunstglas auf einem Holzregal. Eine Alarmanlage war nicht installiert. Aber das Geld, sagte Ursi Luginbühl, spiele «keine grosse Rolle». Denn «eigentlich wollte mein Mann diese Stücke gar nie verkaufen».

Wie im Luzernischen
Eine ähnliche Erfahrung wie Luginbühl machte im Mai Rolf Brem in Meggen. Auch ihm klauten Unbekannte Bronzeplastiken aus dem Atelier. Die Luzerner und Berner Kantonspolizeien prüften, ob Zusammenhänge bestehen. Gemäss Kapo-Sprecher Olivier Cochet ergaben die Abklärungen «nichts Neues».

Während die Polizei nach den Kunstdieben sucht, kümmern sich die Bestohlenen ums Geschäft: Seit Mitte Dezember zeigen Bernhard und Ursi Luginbühl mit ihren Söhnen Jwan, Basil und Brutus einen Querschnitt durch ihr Schaffen im Zeughaus Landenberg und auf dem ehemaligen Landsgemeindeplatz in Sarnen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.12.2008
http://www.bernerzeitung.ch

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