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Es ist eine Schmach für Kriminalisten: Von den Bildern, die vor fast 30 Jahren auf Schloss Friedenstein gestohlen wurden, fehlt jede Spur. Im Dezember verjährt die Tat

Bruch mit West-Stahl

Es ist eine Schmach für Kriminalisten: Von den Bildern, die vor fast 30 Jahren auf Schloss Friedenstein gestohlen wurden, fehlt jede Spur. Im Dezember verjährt die Tat (TA vom 7. Februar). Erstmals spricht nun ein Major der Volkspolizei über die Ermittlungen, über die in der DDR der Mantel des Schweigens gehüllt wurde: Das beim Einbruch verwendete Werkzeug wurde nicht in der DDR hergestellt. Nur wenige wussten zudem davon, dass es Diebe schon zwei Jahre zuvor auf ein Gemälde von Jan Brueghel abgesehen hatten.
GOTHA. Natürlich kennt Lothar Büchner die internationale Statistik. Demnach werden weltweit nur zehn Prozent der Kunstdiebstähle gelöst. “Hätten wir da eine Chance gehabt?”, fragt Lothar Büchner. Nächstes Jahre wird er 80 Jahre alt. Zu gern möchte er erleben, dass der Gothaer Kunstraub aufgeklärt wird.

Als Major im Kommissariat II der Kriminalpolizei im Volkspolizeikreisamt Gotha war Lothar Büchner unmittelbar in die Aufklärung der Tat eingebunden. In der Nacht vom 13. zum 14. Dezember 1979 wurden fünf wertvolle Gemälde aus dem Schloss gestohlen. Der Wert der Bilder – die Maler waren Frans Hals, Anthonis van Dyck, Jan Lievens, Jan Brueghel und Hans Holbein – wurde damals mit fünf Millionen DDR-Mark angegeben, erinnert sich der frühere Ermittler.

Während bei der Polizei eine 30-köpfige Einsatzgruppe zusammengestellt wurde, sprach sich der Raub in der Stadt wie ein Lauffeuer herum. Gisela Büchner, die damals als Friseurin arbeitete, hörte im Salon das Gerede schon am Morgen nach dem Raub: “Ich wusste es eher als mein Mann.”

Aus dem ganzen Bezirk Erfurt seien damals Kripobeamte nach Gotha geholt worden; Kriminaltechniker untersuchten den Tatort. Zeitgleich schickte das Museum eine Mitteilung an internationale Kunstzeitschriften, um den Diebstahl anzuzeigen. “Damit wurde es unmöglich, in der internationalen Kunstszene einen offenen Umgang mit dem Diebesgut zu pflegen”, erklärt Lothar Büchner das Vorgehen.

Womöglich war diese Veröffentlichung ja tatsächlich wirksam. Unter den vielen Versionen zur Tat habe sich eine als besonders hartnäckig erwiesen. Wie Lothar Büchner berichtet, soll der offenbar akrobatisch be- gabte Täter mit seinem selbstgebauten Werkzeug an einem Blitzableiter an der Schlossfassade nach oben geklettert sein. Als der Fall für eine Rekonstruktion später nachgestellt wurde, sei selbst einem Feuerwehrmann die Kletterei kaum gelungen. …

Mehr dazu lesen Sie in der Thüringer Allgemeine.

http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.thueringen.volltext.php?kennung=on2taTHUThuNational39866&zulieferer=ta&kategorie=THU&rubrik=Thueringen&region=National&auftritt=TA&dbserver=1

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