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Bremen will Diebstahl mit künstlicher DNA bekämpfen Erste Zusammenfassung

17.02.2009 17:15:03 –

Bremen (AP) Als erstes Bundesland will die Einbruchshochburg Bremen Diebe und deren Beute mit dem Einsatz künstlicher DNA aufspüren. Nach dem Vorbild Großbritanniens und der Niederlande sollen die Bremer dazu ihre Wertsachen mit dem unsichtbaren Stoff markieren, wie die Polizei am Dienstag bei der Vorstellung des Projektes mitteilte. Falls die Dinge gestohlen würden, seien sie über den Markerstoff dem Besitzer zuzuordnen, so dass Diebe und Hehler leichter überführt werden könnten. Vor allem soll die Aktion aber abschrecken.
Künstliche DNA ist eine unsichtbare Substanz, die unter ultraviolettem Licht sichtbar wird. Sie haftet an Gegenständen dauerhaft und an Haut etwa sechs Wochen, färbt aber nicht ab, wie die Bremer Polizei erläuterte. Auch sei sie nicht gesundheitsschädlich. Polizeibeamte können sie mit einer speziellen Taschenlampe erkennen. Und der besondere Clou: Jede produzierte Charge ist einzigartig und kann daher ihrem Besitzer zugeordnet werden.
In Bremen sollen bis Ende April besonders einbruchgefährdete Wohngebiete für ein Pilotprojekt ausgewählt werden. Zudem will die Polizei Sponsoren und Partner gewinnen, um die pro Haushalt etwa 60 Euro teure Substanz kostenlos abgeben zu können. Dann sollen die Bürger ihre Wertsachen mit ihrer persönlichen Charge der DNA bepinseln oder besprühen. Zudem sollen Schilder in den Hausfenstern den Einsatz der Kunst-DNA explizit ankündigen und so Räuber abschrecken. Später will die Polizei allen Bürgern den Einsatz der Substanz ermöglichen.
Zwtl: Im Ausland schon erfolgreich
Bremen gilt als Hochburg von Einbruch und Diebstahl: Von jährlich 88.000 Straftaten sind laut Innensenator Ulrich Mäurer 55.000 Eigentumsdelikte. Jedes Jahr gebe es rund 37.000 sogenannte Diebstähle unter erschwerenden Umständen, wie Autoaufbrüche, Einbrüche und Fahrraddiebstähle. Damit liegt Bremen laut Mäurer unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern seit vielen Jahren einsam an der Spitze. Daran solle sich etwas ändern, sagte der Senator. «Und da sind wir auf dieses Wundermittel gestoßen.
Der stellvertretende Leiter der Schutzpolizei, Dirk Fasse, fügte hinzu: «Wir wollen eine Verunsicherung der kriminellen Szene erreichen.» In Großbritannien sei die Substanz seit mehr als acht Jahren im Einsatz. Polizeibekannte Straftäter seien per Brief darauf aufmerksam gemacht worden. Laut Begleitforschung habe es in markierten Wohnbereichen praktisch keine Einbrüche mehr gegeben. Zwar seien sie dafür in anderen Gebieten häufiger geworden, unter dem Strich hätten sich die Fallzahlen aber um 80 Prozent reduziert.
Fasse verwies auf eine Befragung unter 101 Inhaftierten. 91 Prozent kannten die künstliche DNA, und 74 Prozent erklärten, dass Hinweisschilder sie von der Tat abgeschreckt hätten.
Die Bremer Polizei konzentriert sich zunächst auf Wohnungseinbrüche. Es seien aber auch viele andere Einsatzfelder denkbar. In Großbritannien werde das Mittel auch in Schulen und Hochschulen eingesetzt. Außerdem könnten Täter bei Tankstellen-Überfällen oder Bankraub mit einer DNA-Dusche markiert werden, zum Beispiel mit Behältern über den Türen. Die Polizei könne sie dann anhand der Spur überführen.

Press release: www.pr-inside.com

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