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Insider theft in university library – Uni-Angestellter will seltenes Buch zu Geld machen

2. Dezember 2009, 17:12 Uhr
GÖTTINGEN. Ein Mitarbeiter der Universität Göttingen hat versucht, ein kostbares Buch aus der Hochschul-Bibliothek bei einem niederländischen Antiquar zu Geld zu machen. Das Buch aus dem 16. Jahrhundert, von dem es weltweit nur elf Exemplare gibt, sei dem Antiquar für 100 000 Euro zum Kauf angeboten und zugeschickt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Da ein anderes Exemplar zuvor bei einer Versteigerung 370 000 Euro erbracht hatte, schöpfte der Antiquar Verdacht und hakte bei der Universität nach. Diese schaltete die Polizei ein, die den Mitarbeiter bei der zum Schein vereinbarten Geldübergabe auf einem Autobahnrastplatz bei Göttingen festnahm. Bei dem Werk eines spanischen Autors von 1545 handelt es sich um die Erstausgabe eines Buchs über die Kunst des Navigierens mit einem Kompass. Das Buch lagerte bei der Bibliothek in einem Tresor in einem besonders gesicherten Bereich, zu dem der Angestellte als Verantwortlicher Zugang hatte. Unter seinem echten Namen bot der Mitarbeiter das Buch per E-Mail dem Antiquar in Utrecht an und gab vor, im Auftrag der Uni zu handeln. Der Niederländer bot 100 000 Euro für das Buch und ließ sich dieses auch zuschicken. Dann aber schöpfte er Verdacht. Gegen den geständigen Mitarbeiter wird wegen Unterschlagung ermittelt, die Hochschule suspendierte den Mann. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen gilt mit ihrem Bestand an alten Werken als eine der führenden Bibliotheken in Deutschland. Die Handschriften und wertvollen Bücher sind in geschlossenen Sondermagazinen und Tresoren untergebracht, deren Sanierung vor vier Jahren abgeschlossen wurde. In diesem Zusammenhang wurde auch die Sicherheitstechnik grundlegend erneuert. (dpa)

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