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Polen und Russland streiten um Beutekunst

Aus den Museen in Polen sind während des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach schätzungsweise rund eine Million Kunstwerke entführt worden. Neben den Nazis sollen dafür auch die Sowjets verantwortlich sein, die sich ebenfalls in den Museen in Warschau, Danzig und anderen polnischen Städten bedient haben. Nachdem es Polen im Gegensatz zu anderen bestohlenen Staaten, z.B. der ehemaligen DDR, nicht gelang, die mutmaßlich gestohlenen Kunstwerke in seinen Besitz zurückzuholen, gibt es zwischen Polen und Russland einen seit nunmehr über 50 Jahren schwelenden Streit um die Beutekunst.

Während Polen nach wie vor die schnellstmögliche Rückgabe der verschleppten Kunstwerke fordert, hat Russland die Beutekunst im Jahr 1996 per Gesetz kurzerhand zum Eigentum erklärt. Zahlreiche Kunstwerke, die Polen für sich beansprucht, wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen diverser Ausstellungen in Moskau und anderen Städten Russlands gezeigt, so dass der Verbleib geklärt ist. Unklar ist hingegen, wem die Kunstwerke gehören, da ein namhafter Teil aus dem Museum in Danzig entwendet wurde, das vor dem Krieg noch dem Deutschen Reich angehörte, ebenso wie einige andere Städte im heutigen Polen.

Trotz der scheinbar festgefahrenen Situation zwischen Polen und Russland gibt es auch einige Anzeichen für eine vorsichtige Annäherung. Jacek Miller, der das Nationalerbe Polens im Auftrag des Kulturministeriums verwaltet, berichtete zuletzt von positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit der Beutekunst, die größtenteils in russischen Museen vermutet wird. Gut möglich also, dass in Warschau und Danzig in den nächsten Monaten einige Neuzugänge in den hiesigen Museen verzeichnet werden können, die in Polen schon als verloren abgeschrieben worden waren.

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