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14 Jahre nach spektakulärem Schirn-Kunstraub Anklage erhoben

14 Jahre nach dem Raub von drei wertvollen Gemälden aus der Frankfurter Kunsthalle Schirn müssen sich zwei Männer ab 14. Mai vor Gericht verantworten. Den beiden Beschuldigten im Alter von 64 und 60 Jahren werde Erpressung vorgeworfen, da sie zwei der Bilder an die Eigentümer zurückverkauft hätten, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Frankfurt/Main (ddp). 14 Jahre nach dem Raub von drei wertvollen Gemälden aus der Frankfurter Kunsthalle Schirn müssen sich zwei Männer ab 14. Mai vor Gericht verantworten. Den beiden Beschuldigten im Alter von 64 und 60 Jahren werde Erpressung vorgeworfen, da sie zwei der Bilder an die Eigentümer zurückverkauft hätten, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Bei dem Raub in der Nacht zum 29. Juli 1994 hatten vier maskierte Männer zwei Werke des britischen Malers William Turner (1775-1851)und das Gemälde «Nebelschwaden» von Caspar David Friedrich (1774-1840) geraubt. Die zwei Turner-Bilder stammten aus der Londoner Tate Gallery, das Friedrich-Gemälde gehörte der Hamburger Kunsthalle. Zwei der Täter waren 1999 geschnappt und zu Haftstrafen von acht Jahren verurteilt worden. Von den Hintermännern und den Kunstwerken mit einem Versicherungswert von fast 40 Millionen Euro fehlte lange Zeit jede Spur.

Erst durch eine WDR-Dokumentation im November 2005 erhielt die Frankfurter Staatsanwaltschaft entscheidende Hinweise. In dem Filmbeitrag nannte ein von der Tate Gallery und der Hamburger Kunsthalle beauftragter Rechtsanwalt die Namen der jetzt angeklagten beiden Männer. Die Frankfurter Ermittler spürten die Beschuldigten bald darauf in Brasilien auf.

Die beiden Autohändler sollen das Turner-Bild «Licht und Farbe» für rund zwei Millionen Euro an die Tate Gallery verkauft haben. Für Friedrichs «Nebelschwaden» kassierten sie demnach etwa 250 000 Euro.

Auch das dritte Bild kehrte auf bislang unbekanntem Weg wieder zum Eigentümer zurück. Wie die beiden Beschuldigten in den Besitz der Bilder gelangten, ist unklar. Auch vom eigentlichen Auftraggeber des Kunstraubs, bei dem ein Wachmann überwältigt worden war, fehlt weiterhin jede Spur.

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